Geschichte

Die Geschichte der Proderma
  • Die Anfänge

    Im Jahre 1965 gründete die Familie Eckert die Proderma.

    Die Anfänge

    Lorenz Eckert entwickelte Verpackungskonzepte für Industriekunden. Die Lokalitäten der Proderma befanden sich an der Luzernerstrasse in Malters. Das Gebäude und die Lagerhalle waren relativ klein und boten Platz für 4 Maschinen. Es wurden in erster Linie Zitrotücher verpackt, welche im Gastrobereich verkauft wurden. Die Geschäfte liefen gut und später vervollständigten Erfrischungstücher - hergestellt nach eigener Rezeptur - das Sortiment. Ende der 1980-er Jahre verstarb Herr Lorenz Eckert, seine Frau und sein Sohn übernahmen den Betrieb bis sie sich entschieden, ihn zu verkaufen.

  • 1990 bis 1994

    In dieser Zeit machte Pius Niederberger, ein junger und geschäftstüchtiger Käser, seine Meisterprüfung und überlegte sich, wie er seine berufliche Zukunft gestalten wollte.

    Durch den Bruder seiner Freundin Luzia Müller erfuhr er von Proderma und entschloss sich, zusammen mit Hansjörg Müller das interessante Geschäft zu übernehmen. Schon bald war für ihn klar, dass die Zukunft nicht nur in Erfrischungstüchern lag und so liess er die Proderma im Pharma-GMP auditieren und nannte sie gleichzeitig in Proderma Betriebs AG um. Die Anfänge waren arbeitsintensiv. Pius Niederberger konnte glücklicherweise auf die Hilfe des übernommenen Produktionsleiters bzw. dessen Nachfolgers Toni Scheuber wie auch auf die Mitarbeit seines Vaters zählen. Wenn nötig bediente Pius die Maschinen selber und eignete sich ein grosses Wissen an.

    Oft klapperten er und Luzia Drogerien und Warenhäuser ab, um sich Inspirationen für neue Produkte und Märkte zu holen. Sein Element und seine grosse Stärke war die Akquise von Neukunden. Mit einer gesunden Portion Hartnäckigkeit und Durchhaltewillen fragte er sich bei grossen Konzernen bis zu den Entscheidungsträgern durch, konnte seine Produkte und Ideen präsentieren und holte auch meist den Auftrag. Die dreiköpfige Proderma-Belegschaft konnte die Arbeit nicht mehr alleine bewältigen und griff für die Konfektionierung - Verpacken der abgefüllten Beutel in Kartons - auf Heimarbeiterinnen sowie eine geschützte Werkstätte zurück.

  • 1995 bis 1999

    Proderma entwickelte ein spezielles Wischtuch zur Reinigung von Computerbildschirmen sowie ein Erfrischungstuch ohne Alkohol mit Aloe Vera.

    Diese Produkte wurden an potentiellen Kunden zur Probe geschickt – viele reagierten nicht einmal darauf. Pius Niederberger liess sich dadurch nicht entmutigen und feierte danach einen Grosserfolg, als er Swissair von der Qualität und der Zuverlässigkeit von Proderma überzeugte. In 1996 erhielt Proderma den Auftrag, Erfrischungstücher für die Fluggesellschaft und ihre Töchter zu liefern – ein wahrhaftiger Höhenflug! Dies legte den Grundstein für ein rasantes Wachstum. Als die Räumlichkeiten in Malters für das boomende Geschäft zu klein wurden, machte sich Pius Niederberger auf die Suche nach einem geeigneten neuen Standort und wurde in Schötz fündig. Er kaufte das Grundstück sowie die Gebäulichkeiten der Ritex AG (Herrenkleiderhersteller). Im neuen Proderma «Werk 1» wurden die Räumlichkeiten an die Bedürfnisse angepasst. Das «Werk 1» bestand erfolgreich die Pharma-GMP-Zertifizierung und Proderma durfte ein neues Hydrogel für die Wundversorgung abmischen und verpacken. Eine Neuheit waren Konturenbeutel (Form nach Wunsch des Kunden ausgestanzt). Dank der Erweiterung und Umnutzung des Maschinenparks konnte das Verpackungs-Angebot vergrössert und neue Kunden, vor allem auch im Ausland, gewonnen werden. Der Exportanteil betrug 1999 ca. 70% vom Gesamtumsatz. Die Mitarbeiterzahl war inzwischen auf 6 angewachsen.

  • 2000 bis 2004

    Die positive Entwicklung hielt an und Anfang des neuen Millenniums arbeiteten bereits rund 65 Personen bei Proderma.

    Bereits im Jahre 2000 konnte man den Aus- und Erweiterungsbau an das bestehende Gebäude «Werk 1» mit weiterer Produktionsfläche und einer Lagerhalle realisieren. Zusätzlich wurden bereits zwei Kammern für das Abpacken von Medizinalprodukten in der Produktionshalle eingebaut.

    In der Produktion war auf Zweischichtbetrieb umgestellt worden. Neu konnten Stickpacks, zum Teil im Jumboformat, mit Pulver oder Flüssigkeit befüllt werden. Pius Niederberger und sein Team erkannten, dass die Stickpacks ein zukunftsträchtiges Verpackungsmedium waren. Es wurden weitere Maschinen angeschafft bzw. konnten umgerüstet werden. Im Konfektionierbereich wurden eine Klebeanlage sowie ein Kartonierer angeschafft, welcher noch heute die einzelnen Beutel automatisch in kleine Boxen verpacken kann. 

    Und so kam es, wie es kommen musste: die Räumlichkeiten waren wieder zu klein. Es fehlte Platz für Büros, vor allem für die Projektmanager, welche die immer wichtigere Rolle hatten, die Kunden zu betreuen. 2002 konnte die ehemalige Zivilschutzanlage in Schötz erworben werden (15’000 m2 mit einem grösseren Verwaltungsgebäude). Leider erkrankte Pius Niederberger im Verlaufe des Jahres 2002 an einer heimtückischen Krankheit. Er verlor den Kampf gegen den Krebs am 05.04.2003. In dieser schwierigen Zeit stieg Luzia Niederberger vermehrt in den Betrieb ein. Sie übernahm das HR und begleitete auch den Umbau sowie den Einzug in die ehemalige Zivilschutzanlage. Dieses neue «Werk 2» wurde erfolgreich durch Swissmedic GMP-auditiert. 2004 wurde beim «Werk 1» der Bau der neuen Lager- und Konfektionierungshalle «Werk 3» realisiert.

  • 2005 bis 2009

    Neue Arten von Maschinen erschienen auf dem Markt und Proderma füllte neu in Tetraederbeutel, Doypacks (Stehbeutel mit wiederverschliessbarem Ausguss), seitlich versiegelte Sticks und Oshibori (gerollte Erfrischungstücher gehobener Qualität) ab.

    Ein wichtiger Schritt waren die Bio-Zertifizierung sowie die Zertifizierungen nach ISO 9001 (2000) und ISO 13485 (2007). 2007 wurde Proderma ebenfalls zur Produktion von Futtermitteln registriert. Im Folgejahr wurde das «Werk 3» erfolgreich GMP-auditiert und erhielt die Bewilligung zur Abfüllung von Arzneimitteln in Kunststoff-Flaschen. Im Jahre 2009 musste ein Mitbewerber, die Swiss Copack AG, Konkurs anmelden. Proderma übernahm sechs Mitarbeitende, einige Anlagen sowie einen Teil des Warenvorrats. Übers Wochenende wurde der Transfer organisiert, so dass am Montag die Produktion der bestehenden Aufträge weiter funktionierte konnte. Ein denkwürdiger Moment, den unsere langjährigen Mitarbeiter gut im Gedächtnis behalten haben! Die ex-Swiss Copack Mitarbeitenden pendeln seitdem täglich von Horgen nach Schötz. Dies spricht doch sehr für das gute Arbeitsklima bei Proderma!

  • 2010 bis 2014

    Der Zufall wollte es, dass die Hilge Pumpen AG, welche in Schötz gleich neben der Proderma lokalisiert war, ihre Tore schliessen musste.

    Proderma kaufte dieses 20'000 m2 grosse Nachbargrundstück mit 5'500 m2 Gebäudefläche, welches «Werk 4» genannt wurde. Natürlich erhielt dieses Werk ebenfalls die GMP-Zertifizierung. Auch in dieser Periode gab es viele neue Produkte: Weissblechdosen konnten befüllt und gebördelt werden, man befüllte und verpackte Doppelkammerbeutel mit Pulver und Flüssigkeit und Schlauchbeutel erschienen im Abpacksortiment. Im Auftrag eines Dritten wurden Aromastoffe in rund 10 Sorten kreiert und hergestellt, auf Aromasticks aufgetragen und anschliessend einzeln verpackt. Die von Proderma entwickelten Eigenprodukte konnten neu über einen Webshop bestellt werden. Die Anforderungen der Kunden wuchsen ebenfalls, so wurden 2014 zwei temperaturkontrollierte Lagerräume – einer für Wärme, der andere für Kühle – gebaut und qualifiziert

  • 2015 bis heute

    Eine grosse Herausforderung im Jahr 2015 war die Anfrage eines Grossverteilers, das Waschpulver direkt in kleinen Kartons abzufüllen und diese dicht zu verschliessen.

    Proderma investierte in die Lösung und nach einigen Versionen und Karton-Tests war der Herstellungsprozess perfektioniert. Parallel feierte Proderma ihr 50-jähriges Bestehen mit Partnern, dem lokalen Gewerbe und natürlich ihrem wichtigsten Kapital, den Mitarbeitenden. Proderma präsentierte sich als sehr vitale Jubilarin mit noch vielen offenen Projekten und Ideen zu verwirklichen. Das Führungsteam hat eine klare Vision, wohin die Proderma Reise weitergehen soll: Sicherheit, Zuverlässigkeit, Fachwissen und Flexibilität bleiben die wichtigsten Säulen des Unternehmens. Der Convenience Markt mit seinen einzelverpackten Fertigprodukten ist gut etabliert, wächst aber noch mit neuen Produktkategorien. Von Fertiggerichten mit mehreren zu kombinierenden Einzelkomponenten über Gesichtsmasken bis zu wässrigen Lösungen für chemische Prüfungen zum einmaligen Gebrauch, die Vielfalt an möglichen zukünftigen Anwendungen lässt sich nicht aufzählen. Proderma will ihre Kernkompetenz in flexibler Verpackung weiter ausbauen und bleibt offen für neue Investitionen. Die Firma verfügt über grössere Landreserven und ein Neubau ist in Planung. Proderma hat alle nötigen Voraussetzungen, um - zusammen mit ihren Kunden - ein neues spannendes Kapitel zu schreiben.