Arbeitsintegration von Flüchtlingen

Der Weg zu einem selbstständigen Leben

Asylsuchende und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge finden kaum Arbeit, denn für die Arbeitgebenden sind die administrativen Hürden hoch.

Dies hat Proderma nicht abgeschreckt. Seit Herbst 2017 beschäftigt sie Mortaza Heidari, einen 21-jährigen Asylsuchenden aus Afghanistan. «Die Perspektivenlosigkeit in Afghanistan und der Umstand, dort zu einer ethnischen Minderheit zu gehören, haben mich dazu bewogen, vor drei Jahren zu fliehen», erklärt Mortaza in gutem Hochdeutsch, welches er sich unter anderem aus dem Internet selber beigebracht hat. Man merkt, er spricht nicht gerne über seine dreimonatige Odyssee. Mortaza ist froh, jetzt in Schötz zu sein. Er wohnt zusammen mit fünf anderen Asylsuchenden in einer Wohngemeinschaft.

Zu seiner Arbeitsstelle bei Proderma kam er aus Eigeninitiative: Die Sozialvorsteherin von Schötz gab ihm den Tipp und so erkundigte er sich persönlich nach einem Bewerbungsgespräch bei Proderma. Dank seiner positiven Erscheinung konnte er die Verantwortlichen überzeugen. «Ich durfte einen Probentag machen, absolvierte ein einmonatiges Praktikum und wurde anschliessend eingestellt. Mir gefällt die Arbeit in der Produktion sehr gut und auch die Arbeitskollegen sind nett. Am Anfang war es etwas schwierig, vor allem die Frühschicht um 5.00 Uhr» meint er schmunzelnd. Mortazas Vorgesetzter ist mit seinen Leistungen sehr zufrieden. Um sich noch besser integrieren zu können, spielt er zwei Mal pro Woche Volleyball. An der Schweiz schätzt er vor allem die Sicherheit. «Die Gesetze sind gut und werden eingehalten», meint er.

Sein Traum ist es, eines Tages wieder mit seinen Eltern, seinen drei Brüdern und seiner Schwester vereint zu sein.